Storchennest auf dem Isnyer Rathausdach

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23.02.2019 Drucken E-Mail
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Samstag, den 23. Februar 2019 um 17:07 Uhr

Tolle Beobachtung von Jürgen: er hat in der Nacht einen Storch auf dem neuen Nest gesehen! Wer

mag das wohl gewesen sein? Dann scheint das Nest auf jeden Fall storchentauglich zu sein!

Bei der Morgenrunde war allerdings alles wieder wie gehabt...

die Tonis auf ihrem Lindennest, Tonis jüngerer Bruder Peppi nebst Gattin Henriette auf der Linde

daneben, nach wie vor ratlose Storchengesichter...

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Familie Toni

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...der fünfjährige Peppi aus Neukirch-Wildpoldsweiler mit seiner Henriette...

das neue Nest auf der Alten Gerbe ist in Sichtweite, aber 22 Meter Höhe wie beim Lindennest - das konnten wir

den Störchen nicht bieten.

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...Franziska wartet jetzt schon über eine Woche auf ihren Partner Franz, zuerst vertreibt sie sich die Zeit mit Haus-

arbeit...

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Paul wartet ebenfalls auf seine Partnerin, Julia lässt ihn dieses Jahr schmoren, vergangenes Jahr war es umgekehrt!

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Und als die Kamera wieder in der Tasche verstaut und die Storchenreporterin hinter den Bäumen verschwunden war,

da war plötzlich lautes Geklapper zu hören. Franziskas Nest war leer, sie war zu Paul geflogen, und dann konnte man durch's

Gebüsch grad noch erkennen, was da los war. Sie machten das, was alle Storchenpaare um diese Jahreszeit am liebsten

tun!

 
22.02.2019 - 2. Teil, Storchennest Alte Gerbe Drucken E-Mail
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Freitag, den 22. Februar 2019 um 21:01 Uhr

Der neue Bauplatz auf dem Dach der Alten Gerbe ist ein Kompromiss, auf den sich die Vertreter des

Regierungspräsidiums in Tübingen, der unteren Naturschutzbehörde in Ravensburg, die Storchenbeauftragte

Frau Reinhard, die Stadt Isny und das Isnyer Storchenteam geeinigt hatten. Ob die Störche das neue Nest

annehmen werden, kann niemand voraussehen. Aber wie bereits erwähnt, die alten, geschwächten Bäume

können die Nester auf Dauer nicht tragen, es wurde befürchtet, dass die Nester abstürzen könnten. Geplant

und organisiert wurde die Aktion von der Stadt Isny, die auch die Kosten trägt.

Das Feuerwehrauto steht bereits in Position, während die Zimmerleute unterm Dach mit den Vorarbeiten

beginnen

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...das neue Nest wird angeliefert

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..die Antenne auf dem Hausdach muss weg

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...Jürgen schneidet in der Zwischenzeit Weidenzweige für den Nestrand zurecht

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...die Antenne schwebt

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...mit vereinten Kräften wird das Nest vom Auto gehoben

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Jürgen flicht die Weidenzweige ein

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...das Nistmaterial aus dem alten Nest wird auf die Schubkarre geladen...

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Die Stadt hat auch an die nötige Werbung gedacht, hoffentlich können die Störche das auch lesen!

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...die Zimmerleute arbeiten weiter am Dach, da mussten ein paar normale Dachplatten gegen Metalldachplatten

ausgetauscht werden

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...dann konnten die Holzlatten angeschraubt werden...

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....das neue Nest steht bereit für die Fahrt nach oben...

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....das Nest wird am Korb der Drehleiter angehängt...

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...die letzten Schrauben werden festgezogen...

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22.02.2019 Drucken E-Mail
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Freitag, den 22. Februar 2019 um 17:20 Uhr

Es hat sich seit gestern fast nichts getan in der Isnyer Storchenszene. Der unberingte Fremdstorch

ist anscheinend abgereist, er ließ sich nicht mehr blicken. Aktuell leben also 10 Störche in Isny.

Franziska pendelt wie gehabt, mal steht sie bei Paul (ich vermute jedenfalls, dass es Paul ist) im

Nest, mal steht sie auf ihrem eigenen Eichennest. Peppi und Henriette stehen ihres Nestes

beraubt auf der Linde. Der Baum wird am Montag eingekürzt, die morschen Äste, auf denen die

Last des Nestes ruhte, werden entfernt. Das neue Nest wurde heute auf dem Dach der alten Gerbe

installiert. Das Ziel der zuständigen Herren vom Regierungspräsidium ist es, die Störche von den Baum-

nestern weg auf Hausdächer in der Stadt umzusiedeln. Denn auch die anderen Baumnester können

nur noch zeitlich begrenzt an ihren aktuellen Standorten bleiben. Die vielen Bilder vom Nestaufbau

kommen erst später - das gibt eine abendfüllende Beschäftigung

 

Toni und Antonia

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Links die Tonis, Peppi und Henriette auf ihrer nestlosen Linde

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Franziska, zur Abwechslung mal auf ihrem Nest

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...das andere Eichennest mit dem Storch, den ich für Paul halte

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...kleine Vorschau, das neue Nest

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21.02.2019 Drucken E-Mail
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Donnerstag, den 21. Februar 2019 um 16:24 Uhr

Elf Störche hatten die Nacht in Isny verbracht. Zum Glück haben wir unsere treuen Stammstörche

wie die Finnis vom Kastaniennest, die Ursis vom Rathausnest, die Tonis vom Lindennest und Peppi

und Henriette vom ehemaligen Lindennest, da weiß man wenigstens, wer zu wem und wohin

gehört. Allerdings haben wir auch jedes Jahr ein Spiel, das heißt: Bäumchen wechsel Dich. Da ver-

treiben sich dann die Strohwitwen und die Strohwitwer gemeinsam die Zeit, bis die "richtigen"

Partner kommen. Gerne werden da auch mal die Partner und die Nester getauscht, um für etwas Verwirrung bei den

beobachtenden Storchenfans zu sorgen. Dafür sind zur Zeit Franziska und ihr derzeitiger Partner

(unberingt, Verdacht auf Punkt am Flügel, etwa Paul?) zuständig!

Der Morgen: Urs und Ursula standen beide auf dem Nest, ein Gast hatte wie in der Nacht

davor auf dem Espantor übernachtet.

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Zwei, die die Welt nicht mehr verstehen, verständlich! Peppi und Henriette nestlos, aber ihre Linde wollen

sie nicht verlassen, obwohl das Eichennest beim Neidhammelbrunnen unbesetzt ist. Und das iwar ja 2016

Peppis ehemaliges Nest, bevor er sich von Peppina trennte und zu Henriette auf die Linde zog. Wir sind gespannt,

ob sie ihr neues Nest annehmen werden.

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Peppi

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Henriette

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das Eichennest beim Neidhammelbrunnen.....

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Franziska, die ja seit vergangener Brutsaison auf dieses Nest gehört, hatte die Nacht offensichtlich auf dem

anderen Eichennest verbracht, an der Seite von ???

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Die gemeinsame Nacht ist anscheinend nur suboptimal verlaufen, denn am Vormittag saß Franziska ganz alleine

wieder auf "ihrem" Eichennest

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...ihr unberingter Partner der letzten Nacht saß alleine auf seinem Eichennest. Ist das nicht das schwarze Pünktchen

von Paul???

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Zuverlässig und treu - unser Toni

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Toni hatte Glück, er musste auch nur einen Tag auf seine Antonia warten

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Die Finnis am Morgen

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...und von der anderen Seite

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Urs und Ursula auf dem Rathausnest

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Bei der Mittagsrunde gab's zunächst keine Neuigkeiten in der Isnyer Storchenszene, die Nester waren leer,

die Herrschaften waren alle ausgeflogen. Klar, irgendwann knurrt der Storchenmagen, auf Dauer kann man nicht von

Luft und Liebe leben. Aber es ist gar nicht so leicht, an etwas Nahrhaftes zu kommen. Die aktuelle Schneehöhe

laut Isnyer Wetterstation beträgt 44cm! Aber die Rotbeine wissen sich zu helfen. Ein Fünfertrupp marschierte

über die weißen Flächen im Rotmoos, dort sind überall offene Gräben, nicht zugeschneit, nicht zugefroren und

da hüpften die fünf dann einer nach dem anderen rein, um sich etwas zu futtern zu suchen. (Nr. 5 war schon im

Gaben verschwunden!)

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Und auch in der Ach findet Storch immer wieder ein paar Happen ... einer links, der andere rechts im Gestrüpp

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20.02.2019 - 2. Teil Drucken E-Mail
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Mittwoch, den 20. Februar 2019 um 21:28 Uhr

Wie so oft wenn sich die Ereignisse überschlagen, dann weiß man nicht, wo und wie man beginnen soll!

Es sah so ruhig und friedlich aus heute Morgen, dazu die Freude über die gesunde Rückkehr einiger

unserer liebgewonnen Isnyer Stammstörche.

Toni und Antonia wieder vereint

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Peppi und Henriette

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...beide Lindennester, ein Bild, das wir in Zukunft so nicht mehr sehen werden, links die Tonis, rechts Peppi und Henriette

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Bei allen Storchenpaaren war die Familienplanung schon voll im Gange!

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Im Eichennest am Neidhammelbrunnen am Morgen immer noch eine einsame Franziska

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Dazu zwei unbekannte, unberingte Störche, die durch die Gegend geisterten und die Kollegen in den Nestern

ärgern wollen. Der oder die Unbekannten waren überall zu sehen, auf dem Espantor, auf dem Rathausdach,

beim Schützenhaus

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Bei der Morgenrunde war das Eichennest von Paul und Julia unbesetzt, erst auf dem Nachhauseweg war vom Rotmoos

aus zu erkennen, dass auch da zwei Störche drauf saßen. Die Freude war groß, denn wer sollte anderes auf dem

Nest sitzen als Paul und Julia? Und so entstand die Meldung: "Storchentelegramm!" Heute Abend vermute ich aller-

dings, dass diese Meldung die zweite dicke Ente der Storchensaison sein wird. Sorry, liebe Storchenfreunde!

Um die Mittagszeit war Julias Nest

wieder unbesetzt, da spazierten einige Störche im Rotmoos über die Wiesen und hüpften dann in die Ach

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Berechtigte Zweifel an der Rückkehr von Paul und Julia dann am späteren Nachmittag. Da standen zwar zwei

Störche auf Julias Eichennest beim ehemaligen Ochsenkeller, die eifrig mit Nestrenovierung beschäftigt waren.

Die Überraschung war allerdings groß, als der Ring am Bein abzulesen war.

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Es war Franziska vom anderen Eichennest, die mit einem unberingten Partner, also nicht ihrem Franz,

so fleißig war!

Aber wer war dann der Storch, der jetzt einsam auf dem Eichennest am Neidhammelbrunnen saß???

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Lauter Fragezeichen, das Rätsel wird erst in den nächsten Tagen aufzudröseln sein!

Das Storchenteam war mit der freiwilligen Feuerwehr am Nachmittag noch bei einem Einsatz beim Lindennest auf

dem Festplatz - kein Termin, um nur nach dem Wohlbefinden der Störche zu gucken.

Monatelange Verhandlungen sind vorausge-

gangen, dann war im Dezember leider klar: das Lindennest von Peppi und Henriette muss abgebaut werden. Ein

unabhängiger Gutachter hat in einem aufwändigen Verfahren im Auftrag der Stadt festgestellt, dass die Sicherheit

des Nestes auf der alten Linde noch maximal 6 Monate gewährleistet ist, d. h. eine weitere Brutsaison ist keines-

falls möglich, da die Stadt auch für die Sicherheit unter den Nestern verantwortlich ist.

Das Storchenteam hätte sich gewünscht, die Nestbauaktion früher über die Bühne zu bringen, bevor

die Störche wieder zurück sind. Aber bis alle Pläne genehmigt waren - die Gesetzesmühlen mahlen nicht immer

so schnell - waren die Störche schon auf dem Nest. Deshalb wurde erst heute das Peppinest abgebaut, das neue

Nest wird am Freitag auf dem Dach der Alten Gerbe aufgebaut. Ob Peppi und Henriette es annehmen werden -

wir können es nur hoffen.

In "Isny aktuell" von heute kann man folgende Notiz lesen.

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Danke an die Michael und Jürgen von der freiwilligen Feuerwehr und an Zimmermann Matthias, die das Storchenteam tatkräftig

unterstützten. Die lange Drehleiter führt in Richtung Nest, die Tonis ergreifen die Flucht, Peppi und Henriette werden

gleich folgen

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...die Befestigungen werden gelöst

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...Jürgen und Matthias sitzen im Korb und ziehen das Nest auf den Korb der Drehleiter

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...Deckel auf den Korb

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Jürgen und Matthias krabbeln wieder aus dem Korb

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..nochmal nach oben, die Unterkonstruktion muss noch abgebaut werden...

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Es tut einem in der Seele weh, wenn man das Nest jetzt auf dem Hänger liegen sieht, ganz traurig, aber

es ging leider nicht anders, das sehe ich ja ein.

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