Storchennest auf dem Isnyer Rathausdach

Tagebuch
26.09.2021 Drucken E-Mail
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Sonntag, den 26. September 2021 um 15:00 Uhr

"Herbstputz in den Storchennestern" stand bei einigen Storchenfreunden gestern im

Terminkalender. Es war ein straffes Programm, das sich das Storchenteam vorgenommen

hatte, elf Nester auf dem Festplatz sollten gereinigt werden. Es war ein Einsatz unter er-

schwerten Bedingungen, denn in den Sporthallen und im Sportstadion löste eine

Veranstaltung die andere ab, überall parkende Autos, wo das Feuerwehrauto durch-

musste, am Nachmittag die Strasse komplett gesperrt wegen einem Schirollerwett-

kampf der nordischen Kombinierer. Ein dickes "Danke" an Benni von der Isnyer

Feuerwehr, der mit dem monströsen Drehleiterfahrzeug souverän und gelassen alle

Hindernisse umschiffte, so dass wir tatsächlicih alle Nester abarbeiten konnten. Danke

natürlich auch an Jürgen - Feuerwehrmann und Storchenteam, der die Drehleiter stets an den

Bestimmungsort hoch oben manövrierte und dann mit vollem Körpereinsatz und einer

Spitzhacke den Nestinhalt bearbeitete und herausschaufelte. Bedanken muss ich mich

auch bei Peter, meinem Mann, der all das, was wir aus den Nestern entfernt hatten,

auf einen Hänger schleppte und zum Abschluss der Aktion zur Entsorgung transportierte.

So, genug gelobt, jetzt geht's los!

Mein Transportesel, vollgepackt mit allem, was wir brauchten, perfekt, um alles

von Nest zu Nest zu transportieren.

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Der Wettergott meinte es gut mit uns - strahlender Sonnenschein, als wir um 9 Uhr unsere Marathonaktion

starteten.

Zuerst war das Hochhausnest/Eschennest beim Schützenhaus an der Reihe, in diesem Jahr von Bonnie und Clyde

bewohnt.

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...und nachher! Zu beanstanden gab's an diesem Nest nichts, da waren nur Sachen drin, die in ein normales

Storchennest auch reingehören

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Eine gute halbe Stunde muß für jedes Nest eingeplant werden.

Dann war unser Sorgenkind, das Lindennest von Toni an der Reihe. Wir hatten bereits bei der Beringung festgestellt,

dass sich das Nest in einer bedrohlichen Schieflage befand und ziemlich wackelig war. Deshalb waren wir auch sehr

froh, dass während der Brutsaison alles gut ging. Aber jetzt im Herbst bestand Handlungsbedarf, das war allen klar.

Jürgen hatte einen Zimmermann zur Beratung hinzugezogen. Es war Matthias, der uns seinerzeit die Nisthilfen

angefertigt hatte. Die leise Hoffnung, dass er das Nest wieder stabilisieren könnte, mussten wir leider aufgeben.

Einer der drei Äste, auf denen die Nisthilfe aufliegt, ist total morsch. Da konnte nicht lange überlegt werden, das

Nest musste leider abgebaut werden, da geht die Sicherheit vor. Der obere Teil der Linde ist in einem schlechten

Zustand, ca. 2 Meter müssten eingekürzt werden. Das dürfen wir nicht auf eigene Initiative machen. Jetzt wird erst

mal der Baumpfleger und die zuständige Dame im Rathaus informiert und natürlich auch Ute Reinhard, unsere

Weißstorchbeauftragte. Dann werden wir hoffentlich eine Lösung finden, damit Toni und Antonia bei ihrer

Rückkehr wieder ein Zuhause haben werden.

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Das Nest, bzw. der Unterbau wird begutachtet

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...die Schieflage ist auch jetzt von unten zu sehen

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Matthias löst die Befestigungsgurte und Schrauben, damit die Nisthilfe entfernt werden kann

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...dann befestigt er das Nest an einem Gurt

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Wehmut kommt auf - das schöne Toninest...viele Jungstörche sind auf dem Nest groß geworden.....

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Gut, dass Toni das nicht mit ansehen muss!

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dann wurde noch die Unterkonstruktion entfernt

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darauf ruhte jetzt etliche Jahre das Nest der Tonis

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Dann war das Bergahornnest 2 von Rudi und Trudi an der Reihe

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Dieses Storchenpaar hatte ein Stück Alufolie ins Nest integriert...

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Jürgen mit Werkzeug im Einsatz

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Jetzt sieht's wieder gut aus!

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Dann waren die beiden Nester auf der Eiche beim Neidhammelbrunnen an der Reihe, zuerst das kleine

Nest von Tonino und Leonie

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Fertig! Da war kein Müll zu finden - gute Arbeit, Tonino und Leonie!

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Das Nachbarnest von Franz und Berta. Die waren früher ganz gerne mal Müllsammler - aber jetzt: wir hatten

nichts zu beanstanden!

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Während der Nestputzaktion saßen diese vier Störche die ganze Zeit auf ihren Nestern und hielten Wache.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mit ihren Adleraugen genau beobachtet haben, dass an den Nestern

der Kollegen manipuliert wurde. Beim nächsten Nestputztermin werdet ihr nicht verschont!

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Wie auf allen Nestern um diese Jahreszeit, eine feste Schicht, die man nur mit roher Gewalt entfernen kann

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...und danach: wieder alles picobell, die "Betonschicht" entfernt, der "Mist" in der Nestmitte entfernt, der Rest

schön aufgelockert, jedes Nest erhält nach unten hin "Löcher", damit die Drainage wiederhergestellt ist.

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Das Nest mit Blick in Richtung Schweinebach

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Der Hänger war nach unserer Akton gut beladen, Tonis Nest, das vier kräftige Männer auf den Hänger laden mussten,

dazu die Säcke mit Storchenmist, gut 2 Säcke pro Nest.....da kam einiges an Gewicht zusammen. Wir haben Glück

und dürfen den Storchenkompost auf dem Hof von Bauer Rudi abladen. Danke auch an Rudi, der seinen Traktor zum

Einsatz bringen musste, damit die Ladung aus dem Anhänger wieder ausgeladen werden konnte.

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Weiter ging's zur verbotenen Linde, die in diesem Jahr von Sammy und Lottchen bewohnt wurde

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Oh, oh, die beiden hatten ein Stück Plastikfolie ins Nest geschleppt

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Bereit für die neue Saison!

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Dann war das "Julianest" an der Reihe. Ute Reinhard nennt das Nest der Paulis so, weil es Julias letztes

Zuhause war.

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Viel Kot und viele Federn auf diesem Nest

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...windgeschützt vom Rotmoos her...

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Das ist neu! Ein Stück Plastikfolie bei den Paulis - das hatten wir bei diesem Storchenpaar noch nie!

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Das Wasser kann wieder abfließen, die fleißigen Störche werden die Lücken ruck-zuck zugebaut haben

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Die Zeit drängte, weil der Platz abgesperrt werden sollte, lange Pausen durften wir uns nicht erlauben! Zügig

ging's weiter zum Eichennest 4 von Linus. Das Nest ist das höchste auf dem Platz, 27 Meter zeigte der Höhen-

messer an!

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ringsrum wurden ein paar Zweige abgezwickt wie bei den meisten Nestern, bei Linus und Lina hatten

wir nichts zu beanstanden!

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Viel Grünzeug wie im vergangenen Jahr auf dem Strommastnest von Mathis und Sophie

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Bei den Stromis musste leider nicht nur der Kräutergarten entfernt werden. Der erste Preis für die größten

Müllsammler unter den Isnyer Störchen geht eindeutig an dieses Storchenpaar, Mathis und Sophie sind in puncto

Müll sammeln unschlagbar!

Wir fanden: diverse Plastikfolien, zwei Einmalhandschuhe, eine OP-Maske, diverse Schnüre aus unterschiedlichen

Materialien und sogar einen Wollehandschuh und eine Aluschiene!!!

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Falls jemand einen grünen Wollehandschuh vermisst, bitte bei uns melden!!!

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Jürgen hält die Aluschiene in der Hand

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Ach ja, "normalen" Storchenmist haben wir auch noch aus dem Nest geholt! Das Nest ist wieder bereit für

neue Müllsammlungen im kommenden Jahr!

Meine Bitte an die Stromis: Liebe Störche, Müll sammeln ist sehr zeitgemäß, da hat ja keiner was dagegen, wenn ihr

euch um das Isnyer Müllproblem kümmern wollt. Aber legt das Zeug doch bitte  U N T E R S !!!  Nest, wir werden

das dann gerne einsammeln und entsorgen!!!

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Danach war das Eichennest 6 an der Reihe, bewohnt von den Spätheimkehrern Luis und Luisa. Die

beiden waren die Nachzügler beim Brüten, drei Storchenkinder schlüpften aus. Ute Reinhard reiste extra

ein viertes Mal nach Isny, um auch diese Jungstörche zu beringen. Leider lebten da nur noch zwei von

ihnen, wenige Tage nach der Beringung sind leider auch diese beiden gestorben - warum, das kann sich

keiner erklären, denn bei der Beringung waren sie fit!

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Ein tolles Nest haben sich die beiden in die Astgabel gebaut, Jürgen musste gut 50 cm graben, bevor er Licht

von unten sah!

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Fertig!

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Ganz tief im Nest fanden wir Skelettteile und die Ringe der verstorbenen Storchenkinder Pulcino und seinem kleineren

Geschwisterchen, denen es leider nicht vergönnt war, mit den anderen Isnyer Storchenkindern die große

Reise in den Süden anzutreten. Die beiden haben eine Reise in eine andere Welt angetreten, auch dort

werden sie Isnyer Storchenkinder treffen!

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Das letzte Nest - Eichennest 3 von Emil und Emilia!

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Alles picobello bei den  Emils! Kein Müll, aber geht ja auch gar nicht anders, der ganze Müll lag ja bei den

Stromis im Nest!

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Wer hätte das gedacht, dass wir tatsächlich alle 11 Nester schaffen würden? Sechseinhalb Stunden reine Arbeit

an den Nestern, danach hatten die 3 Jungs noch Aufräum- und Putzarbeiten zu erledigen (im Feuerwehrauto, im

Hänger usw.)

Der größte Teil der Nestputzaktion ist erledigt. Als nächstes steht auf dem Programm des Storchenteams-  neben

diversen Telefonaten wegen des Toninestes - der Nestputz mit der großen Hebebühne auf dem Rathausnest und auf

dem Bergahornnest 1. Die Aktion werde ich organisieren, sobald Erhard vom Urlaub zurück ist, denn er wird mich

dabei unterstützen. Ob und was wir mit dem Sendemastnest der Finnis machen könnten, darüber werde ich mich

auch noch mit Frau Reinhard beratschlagen.

Bei vielen Leuten habe ich mich heute bedankt, deshalb muss ich an dieser Stelle auch die Storchenfreunde

erwähnen, die uns finanziell unterstützen. Danke an alle, die unsere Aktionen erst möglich machen. Die große

Hebebühne kostet und auch die monatlichen Beträge für die Liveübertragung reißen ein dickes Loch in die Storchenkasse,

deshalb sind wir sehr dankbar für die Hilfe!

 

 

 

 

 
24.09.2021 Drucken E-Mail
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Freitag, den 24. September 2021 um 20:25 Uhr

Urs und Ursula verlassen frühmorgens das Nest für ein zeitiges

Frühstück, danach genießen sie die Herbstsonne auf ihrem Nest.

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Die Finnis waren unterwegs, die habe ich heute nicht erwischt.

Die Vorbereitungen für morgen sind getroffen, alle Utensilien, die zum Nestputz gebraucht werden, sind zusammen-

gepackt. Um 9 Uhr geht's los, 11 Nester haben wir uns vorgenommen - ein straffes Programm!

 
23.09.2021 Drucken E-Mail
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Donnerstag, den 23. September 2021 um 19:28 Uhr

Urs und Ursula waren am Vormittag zu Hause. Donnerstag ist Wochenmarkt, da steht der Fischwagen unterm

Storchennest. Ob das der Grund für die Störche ist, nicht auszufliegen?

Auch Romeo und Julia seinerzeit waren am Donnerstag Vormittag meistens auf dem Nest...

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Bei den Finnis war nur einer zu Hause, das beringte Bein wurde nicht gezeigt, ich tippe mal auf Finja.....

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Finja braucht ja erfahrungsgemäß etwas länger, bis sie ausgehfertig ist. Vermutlich wollte Finn nicht länger

warten und war schon mal vorausgeflogen!

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22.09.2021 Drucken E-Mail
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Mittwoch, den 22. September 2021 um 20:10 Uhr

Die Wiesen neben der Birkenallee waren frisch gemäht. Seltener Storchenbesuch, Urs und Ursula testeten

heute dort die Leckerbissen, dort halten sie sich eher selten auf. Die früheren Rathausnestbewohner,

Romeo und Julia, waren dort immer sehr gerne auf Futtersuche.

Frau Ursula...

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...ihr Gatte Urs, der seinen Schnabel heute mit einem Federchen geschmückt hatte

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Finn und Finja waren nach Kleinhaslach geflogen

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Finn weiß, was von ihm erwartet wird, er stand ganz still für's Fotoshooting und guckte lieb in die Kamera

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Ein perfektes Model, unsere Finja!

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Auf dem Heimweg stand plötzlich noch ein einzelner Storch in der Nähe der Finnis in Kleinhaslach...

die verdächtige weiße Feder am Schnabel und die Ringnummer identifizierten ihn als Urs! In

Kleinhaslach hab ich die Ursis noch nie gesehen...

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Ursula wollte ebenfalls wissen, ob's auf den Wiesen der Finnis vielleicht was besseres zu futtern gibt

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Ursula und die Finnis

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21.09.2021 Drucken E-Mail
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Dienstag, den 21. September 2021 um 19:56 Uhr

Die Nester vom "harten Kern" waren am Morgen unbesetzt. Meine Aufgabe lautete

deshalb: vier Störche müssen auf den Wiesen gefunden werden! Ich hatte doch

tatsächlich gleich bei der ersten angepeilten Wiese Glück: vier Störche, allerdings

waren zwei von ihnen schwarz!!!

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Urs und Ursula teilten sich die Frühstückswiese beim Gschwendwald mit schwarzen Kollegen!

Es waren Jungstörche, die sich dort auf der Wiese stärkten

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Urs, unser Dorfältester

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Ursula, kurz bevor sie hinter der Kuppe verschwand

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Wolfgang hat mir Bilder geschickt, er war etwas später dort und hat sogar drei Schwarzstörche entdeckt!

Danke für die Bilder!

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Aber als dann ein Hubschrauber über den Himmel knatterte, flüchteten die Schwarzen!

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Die Frühstückswiese der Finnis habe ich nicht entdeckt, aber als sie sich gestärkt hatten, saßen sie wieder auf

dem Nest.

Finn im Hintergrund, er ist bereits geschniegelt und gestriegelt, Finja feilt wie immer etwas länger an ihrem

Outfit, wir kennen das ja.

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Fertig!

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